Bibi-Blocksberg-Folgen



(24) Bibi und der Supermarkt

Inhalt:

Kurz vor dem Abendbrot schickt Mutter Blocksberg Bibi noch schnell Milch kaufen. Bibi geht zu Frau Gerbers kleinem Tante Emma-Laden und unterhält sich noch ein wenig mit der netten Inhaberin. Frau Gerber ist traurig, denn direkt gegenüber wird demnächst ein Supermarkt eröffnet. Dort wird es viel mehr Auswahl zu billigeren Preisen geben als bei ihr. Frau Gerber füchtet, dass sie ihren Laden bald schließen muss.

Wenige Tage später ist es soweit: Der Supermarkt eröffnet mit einem aufwändigen Straßenfest. Der Besitzer verteilt kostenlos Limo und Würstchen, die Kinder bekommen Luftballons, Musik sorgt für gute Laune. Nur zu gerne würde Frau Gerber auch so ein Fest veranstalten - aber dazu fehlt ihr das Geld. Doch wozu ist Bibi eine Hexe? Zusammen mit ihrer Freundin Marita organisiert Bibi ein kunterbuntes Fest, um Werbung für Frau Gerbers Laden zu machen. Bibi hext alles Notwendige herbei und führt mit Marita als Clowns verkeidet allerleih Kunststücke auf.

Das ruft den Supermarktbesitzer Herrn Müller auf den Plan, der in Frau Gerber eine Konkurrentin wittert. Als er das Straßenfest nicht verhindern kann, greift er zu anderen Mitteln, um Frau Gerber zu schädigen. Er kauft ihrem Lieferbauern das gesamte Obst auf, damit sie keine Ware mehr bestellen kann. Doch da hat er die Rechnung ohne Bibi gemacht ...


Bewertung:

Und wieder einmal ergibt das Ganze eine unterhaltsame und lustige Bibi-Folge.

Lehren für kleine Hörer

Den kleinen Hörern werden gleich zwei Lehren mit auf den Weg gegeben: Zum Einen wird Teamwork statt Konkurrenzdenken angespriesen und zum anderen wird für den Erhalt der gemütlichen Tante Emma-Läden plädiert, die im Zeitalter der großen Discounter mehr und mehr untergehen.

Bibi ist zunächst begeistert von der Idee, dass es bald einen riesigen Supermarkt geben wird, in dem man alles kaufen kann, was das Herz begehrt. Aber sie sieht auch ein, dass es Vorteile hat, wenn man wie bei Frau Gerber alle Lebensmittel in individuellen Mengen bekommen kann und nicht stets großen Packungen kaufen muss. Ihr Obst ist vielleicht ein bisschen teuer, schmeckt dafür aber auch viel besser als die Ware aus dem Gewächshaus. Dazu kommt natürlich die angenehme Atmosphäre in den kleinen Laden im Gegensatz zu dem anonymen Supermarkt. Während sich Bibi mit der netten Frau Gerber gerne unterhält, entpuppt sich der Supermarktbesitzer als eiskalter Geschäftsmann, der in seiner Profitgier auch vor Geschäftsschädigung nicht zurückschreckt. Erst als Bibi durch ein paar Hexereien den Spieß umdreht, wird er von seiner Unfreundlichkeit kuriert. Er sieht ein, dass sein Supermarkt und Frau Gerbers kleiner Laden gut nebeneinander existieren können, ohne dass einer dem anderen Konkurrenz macht, da sie verschiedene Prioritäten in ihren Angeboten haben.

Natürlich ist das eine sehr vereinfachte und naive Darstellungsweise, aber für die kleinen Hörer ist diese friedliche Lösung besonders lehreich, vor allem, weil sich der Supermarktbesitzer am Ende tatsächlich zum Guten bekehren lässt und nicht mehr so unfreundlich ist wie zu Beginn.

Humorvolle Unterhaltung

In diesem Hörspiel mangelt es nicht an den von Kindern so geliebten Hexereien. Bibi hat allerhand Gelegenheit, ihre Künste unter Beweis zu stellen. Sehr sympathisch ist dabei, dass Bibi in dieser Folge gleich mehrmals bei ihren Hexsprüchen danebengreift und man wieder einmal deutlich merkt, dass die kleine Hexe noch viel lernen muss. Als ihre Mutter sie beispielsweise bittet den Pfannkuchenteig zu rühren, lässt Bibi den Rührbesen kurzerhand selbst arbeiten. Der geht dabei allerdings zu ihrem Entsetzen so heftig vor, dass sich ein großer Teil des Teigs an den Wänden wiederfindet. ;-)

Auch Bruchlandungen mit Kartoffelbrei hat es in dieser Folge: Zuerst saust Bibi mit vollem Karacho durch das durchsichtig geputzte Fenster ihrer Freundin Marita. Später landen die beiden Mädchen hinter Frau Gerbers Laden um ein Haar im Mülleimer.

Auch sonst gibt es in dieser Epsiode besonders für Kinder viel zu lachen. So spart Bibi nicht an frechen Sprüchen gegenüber ihrer Mutter:

Barbara: "Die Großen schlucken die Kleinen." Bibi: "Wie bei uns zuhause." Barbara: "Ach, red keinen Unsinn, Bibi! Gib mir lieber die Milch." Bibi: "Siehst du, schon wieder. Die Großen befehlen immer."

Auch Marita ist nicht auf den Mund gefallen. Als Herr Müller sich über Bibi als eine Kundin, die Frau Gerber vermutlich zehn Pfenning Umsatz am Tag bringt, lustig macht, wirft sie dem perplexen Mann ein "Sie sind ganz schön doof" ins Gesicht.

Herr Müller muss sich in dieser Folge sowieso allerhand gefallen lassen. Den herzhaften Biss in sein von Bibi verhextes Obst kommentiert er entsetzt und sehr treffend mit "Die schmecken ja wie ein Misthaufen riecht!"

Kleine Schwächen

Negativ fällt in dieser Folge allenfalls auf, dass sich die Spannung in Grenzen hält. Die Geschichte transportiert eine soziale Botschaft, anstatt dass Bibi wie sonst so oft ein Abenteuer erlebt. Außerdem ist von Beginn an klar, dass Bibi der netten Frau Gerber helfen und sie ihren Laden natürlich nicht verlieren wird.

Schade ist zudem, dass Karla Kolumna ausnahmsweise nicht mit von der Partie ist. Gerade bei dem Spektakel auf dem Straßenfest hätte ihre Rolle perfekt ins Bild gepasst und sie hätte Bibis Aktionen mit Werbung für den kleinen Laden unterstützen können. Auch einige bissige Wortgefechte mit Herrn Müller erwartet man hier geradezu.

Sehr gute Sprecher

Die Sprecher sind für ihre Rollen exzellent ausgerwählt. Frau Gerbers Stimme klingt genau so, wie sich insbesondere Kinder eine nette, ältere Dame vorstellen. Zwiegespalten bin ich bei der Besetzung von Herrn Müller. Negativ ist dabei nämlich, dass er in der Bibi-Reihe (ebenso wie bei Benjamin Blümchen) eine feste Nebenrolle als Herr Schmeichler besitzt. Kinder könnte es irritieren, wenn eine neue Nebenfigur mit bekannter Stimme auftaucht. Davon abgesehen versteht Klaus Miedel es perfekt, den arroganten Tonfall des Supermarktbesitzers wiederzugeben. Kein Wunder, denn solche Rollen sind seine Spezialität. Neben Herrn Schmeichler spricht er noch andere Unsympathen in der Bibi- und der Benjamin Blümchen-Reihe. Am bekanntesten dürfte für Kinder seine Rolle als MacMoneysack in der Disney-Serie "Duck Tales" sein. Bis zu seinem Tod im Jahre 2000 war er einer der meistbeschäftigsten Synchronsprecher Deutschlands. So lieh er unter anderem James Dean und Yul Brunner seine Stimme.

Fazit:

Ein unterhaltsames und lustiges Hörspiel, das Kinder den Nutzen von Teamwork lehrt. Gleichzeitig erinnert es daran, dass man in kleinen Läden oft die bessere Qualität erhält und es sich lohnt, dafür ein bisschen mehr Geld auszugeben. Viele Hexereien und amüsante Dialoge machen die Folge trotz geringem Spannungsfaktor und einer eher alltäglichen Thematik zu einer rundum gelungenen Folge.

Sprechernamen:

Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Barbara Blocksberg: H. Bruckhaus
Marita: T. Buschenhagen
Frau Gerber: I. Wolffberg
Supermarktbesitzer: K. Miedel
Erzähler: J. Nottke

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